Puch MS 50


Historie MS50

Die Puch MS 50 von 1954 bis 1982

 MS 50


Als man bei Puch an die Produktion des ersten Mopedmodelles ging, hatte man gute Gründe, das Fahrzeug so und nicht anders zu bauen. Doch wie weit die Konstruktion den Mitbewerbern und der Zeit voraus war, kann erst im Rückblick ermessen werden. Denn das Puch-Moped MS 50 wurde von 1954 bis 1982 im Prinzip unverändert gebaut und stellt damit mit einer Bauzeit von vollen 28 Produktionsjahren den Weltrekord an Modellkonstanz im Mopedbau auf.

Daß durch diese nahezu drei Jahrzehnte das MS 50-Konzept zu einer Vielzahl von Varianten führte, ist ein weiterer Beweis für die Genialität dieses Fahrzeuges.

Die MS 50 war von Ing. Walter Kuttler, nach – für den damaligen Mopedbau – völlig neuen Gesichtspunkten konstruiert worden. Einerseits lag das daran, daß man sich bei Puch nie mit Fahrradhilfsmotoren beschäftigt hatte, anderseits waren die Voraussetzungen von Haus aus durch die Motorradbaulinie und den Rollerbau her determiniert.

Das heißt, daß man selbstverständlich das Schalenrahmenprinzip aus dem Motorradbau für das Moped adaptierte. Dieses langgezogene und zwischen Steuerkopf und Schwingenlagerung gerade und steife Bauteil führte  ja zu dem Spitznahmen „Stangel-Puch“. Und das sich dieses Moped jahrzehntelang der hohen Gunst der Landbriefträger erfreute, bürgerte sich auch bald der Name „Postler-Puch“ ein.
Außer dem allradgefederten Fahrwerk war der Motor ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Mopedbaues.

Denn zum Unterschied von den damals üblichen fahrtwindgekühlten Motoren legte man das Aggregat der MS 50 von Haus aus mit Gebläsekühlung aus. Erfahrungen hatte man dazu im Rollerbau gesammelt. Damit war die MS 50 bestens für den Einsatz auf den österreichischen Alpenstraßen geeignet, für die Zukunft waren auch für den Zweipersonenbetrieb noch genügend Reserven vorhanden. Das MS 50-Moped hatte ein Zweigang-Getriebe, das mit einer Hand-Drehgriffschaltung betätigt wurde.
Der Preis des Puch-Mopeds betrug im Jahre 1955 ATS 3.730,- in der Standardausführung.

MS 50 L

Die Luxusausführung MS 50 L (Moped-Schalenrahmen und L für Luxus) wies die Felgen, Werkzeugdeckel und Naben in verchromter Ausführung auf, dazu gab es Weißwandreifen und die Lackierung wahlweise in rot, türkis oder lindgrün, während die Standardausführung 1955 und 1956 rot war.
 
Quelle: Das goße Puch-Buch, Verlag H. Weishaupt in Graz